Was bringt Google MyBusiness?

Icon Google My BusinessDie Aktivitäten auf sozialen Plattformen und die Pflege der Kontakte sind zeitintensiv.  Es stellt sich die berechtigte Frage, ob sich die Investition in ein weiteres soziales Netzwerk überhaupt (noch) lohnt.

Eine weitere Überlegung ist, ob der zusätzliche Aufbau eines Profils bzw. Unternehmensseite auf Google+ gegenüber der Präsenz auf Facebook Sinn macht.

Was bietet Ihnen der kostenfreie Brancheneintrag Ihres Unternehmens auf Google MyBusiness?

Features

  • Ihr Unternehmen wird samt Fotos, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Anfahrtsszkizze und Ihrer Internetseite bei der Google-Suche und in Google Maps angezeigt
  • sachliches Umfeld
  • Werbefreiheit
  • Schwerpunkt auf Information und Interessen
  • keine (Gewinn)Spiele
  • Verknüpfung der eigenen Website mit dem Profil /der Seite auf Google+
  • Kundenrezensionen

Vorteile

  • verstärkt Kontakt zu professionellen Zielgruppen
  • leichte Zusammenstellung der Kommunikationsgruppen nach Interessen
  • einfache Steuerung der Kommunikation mit den definierten Zielgruppen
  • gezielte Filterung des Informationsstroms nach eigener Interessenslage
  • schnelle Einbettung von Medien und Links
  • erhöhte Wahrnehmung bei der Google-Suche ohne Investitionen in Suchmaschinenenoptimierung des eigenen Internetauftritts
  • Unabhängigkeit von sozialen Netzwerken und Sichtbarkeit für alle Nutzer des Internets im allgemeinen
  • alle Google-Produkte sind sofort in vollem Umfang bequem auf mobilen Geräten nutzbar

Allerdings ist gerade der letztgenannte Punkt auch die große Schwachstelle dieses sozialen Netzwerks. Da ein Google+ Profil angelegt werden muss, um die anderen Dienste von Google nutzen zu können, wird die Registrierung als Log-in, nicht aber als Einstieg in ein Netzwerk wahrgenommen. Die traurige Konsequenz: Wenig aktive Nutzer. Sehr viele Google+-Accounts enthalten keine Inhalte. Laut einer Umfrage von GlobalWebIndex besitzen von weltweit 80.000 befragten Internetnutzern 60% ein Konto bei Google+. Doch gerade mal ein Drittel kommunizieren aktiv darüber. Zwischen Facebook und Google+ liegen Welten!

Dpch sollten Sie Google+ durchaus in Betracht ziehen, wenn Ihr Thema dort gut präsent ist. Schauen Sie sich auf Google+ um. Für manche Nischenthemen ideal, perfekt für dynamische Wachstumsmärkte oder weltweit agierende Marken. Wenn Ihre Themen dort diskutiert werden, dann werden Sie auf Google+ ebenfalls aktiv!

Erfolgreiche Umsetzung

  • Profilbild und Hintergrundbild mit Identifikationswert
  • umfassende Profilinformationen über Ihr Unternehmen und vollständige Kontaktdaten
  • mehrmals pro Woche (vormittags) posten
  • hochwertige Bilder von hoher Qualität und eigener Text erzielen das größe Echo
  • abwechslungsreiche Inhalte
  • Post grafisch übersichtlich aufbereiten: Überschrift - Content - Hashtags - Hochglanzfoto
  • Informieren statt werben
  • Schlagwörter im Post mit Hashtag markieren
  • Links mit Kommentar versehen
  • Mitglied in themenverwandten Communities werden
  • Andere Posts kommentieren
  • Andere Posts teilen
  • Sammlungen erstellen und diese mit eigenen und anderen Beiträgen zum Thema bestücken

Essentiell

Organische Inhalte mit hoher Qualität zu generieren kostet Zeit und Energie. Eine attraktive Präsenz in den sozialen Medien ist mit Aufwand verbunden. Die Software-Tools, die es ermöglichen eine Botschaft in vielen Plattformen gleichzeitig zu veröffentlichen, sind verlockend. Doch es zahlt sich mittelfristig aus, auf Qualität zu setzen und die Message plattformspezifisch aufzubereiten.

Nicht zuletzt: Soziale Medien sind wie eine Stammkneipe - Menschlich!

Update zum Relaunch von google+ im November 2015

Erfreulich ist, dass die oben stehenden Informationen in diesem Artikel auch nach dem Relaunch Bestand haben. Etwas weniger erfreulich zumindest für manche ist - dass ein sinnvollen und Nutzen bringendes Google+ Profil in Zukunft mehr Arbeit machen wird. Warum?

Google+ setzt auf Sammlungen und Communities: Curated content

Google+ wandelt sich zu einer Plattform, in denen weniger die Personen oder Unternehmen im Vordergrund stehen, sondern Interessen. Nicht mehr Nachrichten von Freunden - im Goolge+ Jargon 'Kreise' - werden prominent gebracht, sondern Sammlungen, die mit eigenen Beiträgen oder Posts von anderen bestückt werden. So zentriert sich bei Google+ in Zukunft alles um ein interessensgesteuerte und themengerichtete Kommunikation. Ein großes Unterscheidungsmerkmal von z.B. Facebook.

Vorteilhaft für Unternehmen, Freiberufler und Dienstleister, die ihr Portfolio und Expertenwissen in Sammlungen übersichtlich und attraktiv aufbereiten können.

Für das Online-Marketing ergeben sich neue Möglichkeiten, weil es noch stärker zielgruppen- und interessensorientierte Werbung mit ausgefeilteren Targeting-Tools zulässt.

Zum Nachteil für Nutzer, die eine Unternehmensseite auf Google+ als Kurzversion ihrer Homepage einrichteten. Diese Seiten sehen nach seit November 2015 im neuen Google+ Look ziemlich unattraktiv aus, da die Profilinformationen stark in den Hintergrund treten. Neuerdings kann man nur noch mit guten, aktuellen Inhalten eine Wirkung erzielen.

Personalisierte Suche

Nach wie vor nicht uninteressant.  Jedoch werden die Inhalte nicht gleichwertig ausgegeben. Beiträge von Marken- oder Unternehmensseiten sowie Sammlungen, denen man folgt, werden bevorzugt angezeigt. Hier läuft die Programmierung - wie bei anderen Netzwerken auch - nach dem Prinzip des matching der gleichen Interessen.

Vorteil: Die Posts bleiben erhalten. Die Beiträge auf Google+ können also im Prinzip auch langfristig auf das Ranking und den Traffic für eine Marke/Unternehmen positiv wirken.

Kein Vorteil: Das Ranking der eigenen Website wird dadurch nicht positiv beeinflusst. Google+ bringt keinen direkten SEO-Nutzen (mehr).

Impressum

Durch das veränderte Design sind die Angaben zum Unternehmensprofil enorm eingedampft worden. Eine der Folgen: Das Impressum ist nicht mehr sofort ersichtlich. Mit anderen Worten: Um den in Deutschland geltenden §5 TMG zu genügen, muss das Impressum an anderer Stelle platziert werden. Der frühere "Über mich" Bereich ist nun zu einem i-Zeichen für Info versteckt. Die freien Eingabefelder im Profil, wo man früher Links und eben auch das Impressum prominent angeben konnte, existieren nicht mehr. Auch die Website wird im neuen Layout nicht mehr angezeigt. Damit ist auch die Möglichkeit getilgt, auf das Impressum der Website zu verlinken.

Fazit: Am besten kann man im neuen Google+ die Adresse des Impressums im Feld für die Kurzinfo angeben. Das sieht zwar nicht sehr schön aus, aber man kann sich auf diesem Wege Unannehmlichkeiten und bares Geld sparen.

Mobile first

Bisher war Google+ noch für Desktop-Browser optimiert. Damit ist nun Schluss. Beide Varianten laufen nun auf Basis der gleichen Software und ist deutlich schlanker. Schön für Smartphone-Nutzer mit einem weniger üppig ausgestatteten Surf-Volumen.

Literaturhinweis

Weinand, Kim. Top-Rankings bei Google und Co. Bonn: Galileo Press, 2013.