Kunstvermittlung

Peter DornPeter Dorn

Grafik und Installation

Ausbildung als Grafiker, Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg

seit 1964 freischaffend

Scharfer Beobachter seiner Zeit

Der Künstler und Grafiker Peter Dorn (*6. Februar 1938 in Aussig / Nordböhmen) ist eine der herausragendsten Figuren im Kulturleben der letzten Jahrzehnte der Stadt Regensburg. Sein künstlerisches Werk überzeugt. Peter Dorn ist ein scharfer Beobachter seiner Zeit. Sein Schaffen ist stringent auf die Gegenwart ausgerichtet, auf das Alltägliche, das Zufällige, auf, das, was man leicht übersehen könnte. Dabei besticht sein Oeuvre durch eine konzeptionelle Durchdachtheit, die dem Sujet des Vergänglichen Größe und die Dimension der Zeitlosigkeit verleiht. Zugleich ist Peter Dorn ein Sammler, voller Spielfreude und technisch kompromisslos.

Peter Dorns Denken ist vorwärtsgewandt, sein künstlerisches Schaffen am Puls der Zeit. Peter Dorn hinterfragt gesellschaftlich akzeptierte Konventionen und Handlungsmuster. Indem er Objekte in einen veränderten Kontext stellt, ermöglicht er ihnen, eine andere Bedeutung anzunehmen. Peter Dorns Arbeiten sind ein intelligenter und ästhetisch reizvoller Zusammenschluss der Systeme Alltag und Kunst. Dabei besticht sein Oeuvre durch Qualität und konzeptionelle Stringenz. Peter Dorns Offenheit gegenüber der Kunst, seine ehrliche Auseinandersetzung mit Positionen, die nicht seine eigenen sind, und seine Dialogbereitschaft machen ihn zu einer außergewöhnlichen Persönlichkeit.

Das Material als Intuitionsträger

„Das Material und die Alltagsgegenstände verwende ich nicht als Zeichen der Kritik an der Konsumgesellschaft, wie es die Popkünstler machten. Vielmehr geht es mir um den Eigenwert des verwendeten Realitätsteile. Das Material ist sozusagen Intuitionsträger, der Dritte im Schaffensbund.“ (Peter Dorn)

Für alle Arbeiten – Auftragsarbeiten, Gebrauchsgrafiken und Kunstwerke – Peter Dorns gelten die gleichen Kriterien. Jede seiner Arbeiten ist in sich stimmig. Qualität in den Arbeiten, mit denen er an die Öffentlichkeit tritt, ist Peter Dorns oberste Richtschnur.

Und immer wieder mit und wider der Zeit

Kunst und Leben, persönliches Urteil und gesellschaftliche Verantwortung sind bei Peter Dorn eng verwoben.

In seiner Arbeit "non finito", formte er Einladungskarten zu kulturellen Veranstaltungen in Regensburg aus vielen Jahrzehnten zu einer monumentalen Plastik von 140 x 300 cm. Zuletzt ausgestellt im Historischen Museum der Stadt Regensburg im Jahr 2014, verblüfft er das Pubikum. Es ist einerseits eine Materialsammlung, die in fast serieller, aber eigenwilliger Anordnung ein bewegtes Bild einer scheinbaren Archivarbeit abgibt, andererseits ein eindruckvolles Abbild der Regensburger Kulturgeschichte. Zudem ergibt sich ein gedankliches "non finito", denn das Werk kann als in der zukünftig erweiterbar gedacht werden. Der Faktor Zeit wird spielerisch-intellektuell erfahrbar gemacht.

Oder auch die Arbeit "Pacific 231", in der er die verschlüsselten Informationen des Strichcodes von Bahnfahrkarten zu einer neuartigen, ornamental wirkenden Textur auf einer Länge von 106 cm collagiert. Der Titel ist der Musik entnommen. Pacific 231 ist ein sinfonischer Satz von Arthur Honegger, din dem die Eisenbahnfahrt mit einer Pacific-Dampflokomotive in Form einer Tondichtung musikalisch umgesetzt wird.

Spiellust

In der Objekt-Collage "Ihr könnt malen was ihr wollt" gruppiert Peter Dorn die Farbtöpfe von Wassermalfarben in loser Folge auf um. Die Variationsmöglichkeiten lassen sich zwar mathematisch berechnen, sind für das menschliche Vorstellungsvermögen aber unendlich. Die Serie ist auf zwanzig Arbeiten begrenzt. Zu jeder Arbeit gibt es einen Digitaldruck, auf dem auch alle anderen Werke der Serie abgebildet sind. Mit der Verwendung von preisgünstigem Künstlerbedarf als Massenware und Erstausstattung für Grundschüler bringt Dorn das Beuys-Credo "Jeder ist ein Künstler" neu und farbig auf den Punkt.

Biografische Eckdaten

* Februar 1938 in Aussig / Nordböhmen
Im August 1945, nach dem Progrom am 31. Juli 1945, das als Massakter von Aussig in die Geschichte einging, Vertreibung. Brandenburg. 1949 Regensburg.
Schulbildung 1950-1955 am Neuen Gymnasium in Regensburg. Grafische Ausbildung.
1958 Aufnahme in den Berufsverband der Bildenden Künstler
1960 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg
1979 Kulturförderpreis der Stadt Regensburg
1981 Beitritt zur Künstlergilde Esslingen
1985 Förderung der Bayerischen Staatsregierung für Künstler und Publizisten
1993 Kulturpreis Ostbayern
1995 Artist in Residence im Virginia Center fort he Creative Arts, VCCA/ Virginia, USA
2010 Gerfried Schellberger Kunstpreis
Seit

Ausstellungen (Auswahl)

Seit 1958 Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen u.A.
Museum der Stadt Regensburg
Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg
Villa Merkel, Esslingen
Galerie Johannes Schilling, Köln
Große Kunstausstellung Düsseldorf
Große Kunstausstellung Haus der Kunst, München
X-Centrum, Pilsen
Oberpfälzer Künstlerhaus, Schwandorf
Museum der Bildenden Künste Leipzig
Galerie Boisseree, Köln
Deutsches Plakat Museum Essen
Bayer AG Leverkusen
Neues Schloss der Eremitage, Bayreuth
Weltenburger Spuren, Galerie der Deutschen Gesellschaft für Christliche Kunst, München
Jesuitenkirchen, Aschaffenburg
Studio m, Novi Sad, Jugoslawien
Museum Kloster Ansbach
Slowakische Nationalgalerie, Bratislava
Galerie im Kulturspeicher, Würzburg
Bezirksmuseum Česky Krumlov, CR
Stadtmuseum Amberg, Alte Feuerwache

Peter Dorn ist seit mehr als 60 Jahren bis heute mit seinen Arbeiten in der Öffentlichkeit präsent. Zuletzt: „Notationen“, Gemeinschaftsausstellung mit Astrid Schröder in der Galerie Halle II der Stadt Straubing (16.11.2019 – 12.01.2020) und aktuell von 25. Juni - 31. Juli 2020: "von non finito bis ad infinitum" im Schaulager Erdel, Regensburg.

Links

https://erdel.de/

https://www.regensburger-tagebuch.de/2020/06/ausstellung-von-peterpeter-dorn